Sofortmaßnahmen im akuten Fall
Bei einem akuten Rohrbruch zählt jede Minute. Schritt eins: Hauptwasserhahn zudrehen. Jedes Haus hat einen zentralen Absperrhahn, meist im Keller oder im Hauswirtschaftsraum – finden Sie ihn JETZT, nicht erst im Ernstfall. Schritt zwei: Strom im betroffenen Bereich abstellen, wenn Wasser in die Nähe von Steckdosen oder Elektrogeräten gelangt ist. Schritt drei: Das austretende Wasser mit Handtüchern, Eimern oder einem Nasssauger so weit wie möglich aufnehmen. Schritt vier: Werte und Wertsachen retten, Möbel hochstellen. Schritt fünf: Fotos und Videos machen, mit deutlich sichtbarem Datum und Uhrzeit (das Smartphone macht das automatisch). Schritt sechs: Versicherung anrufen und Schaden melden – viele Versicherungen haben einen 24-Stunden-Notruf. Schritt sieben: Notdienst für die Sanierung rufen. Nur so halten Sie die Schadenssumme klein und haben später eine belastbare Dokumentation für die Regulierung.
Wohngebäudeversicherung
Die Wohngebäudeversicherung ist die wichtigste Police bei einem Rohrbruch, sofern Sie Eigentümer sind. Sie zahlt die Kosten für: Reparatur der defekten Leitung (Materialkosten, Ausbau, Einbau), Sanierung der beschädigten Bausubstanz (Estrich, Putz, Tapete, Parkett), Trocknung (oft wochenlang, mit hohen Energiekosten), Schimmelbeseitigung (wenn zeitnah gemeldet), und Folgeschäden am Gebäude selbst. Wichtig: Die Versicherung deckt bestimmungsgemäß ausgetretenes Leitungswasser – also Frischwasser oder Warmwasser aus installierten Leitungen innerhalb des Gebäudes. Abwasser zählt oft nur mit entsprechendem Zusatzbaustein. Auch nicht mitversichert sind Schäden durch Rückstau aus der Kanalisation – dafür brauchen Sie eine separate Elementar- oder Rückstauversicherung. Lesen Sie Ihre Police genau: Manche Tarife haben eine maximale Deckungssumme für Leitungswasserschäden (oft unkritisch, gelegentlich aber zu knapp). Als Vermieter sollten Sie immer auf eine unbegrenzte Deckung achten.
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Hausratversicherung
Während die Gebäudeversicherung die Substanz abdeckt, ist die Hausratversicherung für alles Bewegliche zuständig: Möbel, Teppiche, Elektrogeräte, Kleidung, Bücher. Bei einem Rohrbruch ist das oft die größere Schadenssumme, vor allem wenn Wasser über mehrere Stunden unbemerkt ausgetreten ist und in Räume gelaufen ist, in denen viel steht. Auch hier: Leitungswasser ist der Standardfall, Rückstau und Überschwemmung brauchen Zusatzbausteine. Wichtig für Mieter: Der Vermieter zahlt (über seine Gebäudeversicherung) nie Ihr Hausrat. Wer als Mieter keine Hausratversicherung hat und dann überschwemmt wird, trägt den Schaden selbst. Eine Hausratversicherung kostet meist 50-150 Euro im Jahr – eine der günstigsten und sinnvollsten Versicherungen überhaupt für alle, die mehr als ein paar Möbel besitzen.
Privathaftpflicht und Mieter
Wenn durch den Rohrbruch ein Schaden bei Dritten entsteht – also etwa Wasser in die Wohnung unter Ihnen läuft und dort Möbel ruiniert – kommt die Privathaftpflichtversicherung ins Spiel. Sie zahlt, wenn Sie als Verursacher haftbar sind, also etwa bei einer nicht gewarteten Anlage oder einem vergessenen laufenden Wasserhahn. Achtung: Für rein technische Ursachen (alter Rohrbruch ohne eigenes Verschulden) sind Sie meist nicht haftbar – das zahlt die Gebäudeversicherung des Gebäudes. Als Mieter gilt: Ihre persönliche Haftpflicht schützt Sie vor Ansprüchen gegen Sie, nicht aber vor dem Verlust des eigenen Hausrats. Dafür ist die Hausratversicherung zuständig. Idealer Rundum-Schutz ist also: Hausrat + Privathaftpflicht + bei Eigentümern zusätzlich Wohngebäude + Elementarschaden.
Dokumentationspflichten
Ohne Dokumentation keine Erstattung – das ist die harte Realität bei Versicherungen. Sie müssen nachweisen können: Was ist wann passiert? Welcher Schaden ist genau entstanden? Was haben Sie unternommen, um den Schaden zu begrenzen? Ein guter Leitfaden: Erstens Fotos und Videos vom Schaden direkt nach Entdeckung, mit Datum und Uhrzeit. Zweitens schriftliche Schadensmeldung per E-Mail oder Online-Formular (nicht nur per Telefon) innerhalb der in der Police genannten Frist (meist 3-7 Tage). Drittens: Kostenvoranschläge und später Rechnungen von Sanierungsbetrieben aufheben. Viertens: Kommunikation mit der Versicherung schriftlich führen – wer was wann gesagt hat. Fünftens: Bei größeren Schäden einen Gutachter einschalten (entweder vom Versicherer oder einen unabhängigen auf eigene Kosten). Je sauberer die Dokumentation, desto reibungsloser die Regulierung.
Häufig gestellte Fragen
Zahlt die Versicherung auch, wenn ich zu spät melde? expand_more
Muss ich den vorgeschlagenen Sanierer der Versicherung nehmen? expand_more
Was ist mit Schimmel nach dem Rohrbruch? expand_more
Bin ich als Vermieter für Mieterschäden haftbar? expand_more
Was passiert mit dem ruinierten Parkett? expand_more
Redaktion Rohrreiniger Sofort
Unser Team besteht aus zertifizierten Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit über 15 Jahren Erfahrung in der Rohrreinigung und Kanalsanierung. Wir teilen unser Wissen, um Ihnen im Notfall schnell und sicher zur Seite zu stehen.